Möglichkeit E - der MAGIX Podcast Maker
Podcasting ganz einfach unter Windows?

Wir haben wir bereits erklärt, wie man mithilfe der Recordingsoftware Audacity, entsprechenden Feed-Generatoren sowie einem FTP-Programm aus einer selbst aufgenommenen MP3-Datei einen Podcast erstellt. Zwar sind alle diese Programme kostenlos, doch bleibt das Problem, dass drei verschiedene Produkte eingesetzt werden müssen, um schließlich den Podcast veröffentlichen zu können.

MAGIX Podcast Maker
Genau hier setzt die Firma MAGIX mit dem Podcast Maker an und bietet unter einer Programmoberfläche die Möglichkeit, Audio aufzuzeichnen, die Aufnahme mit Effekten zu verbessern, sie mit Radio-Jingles und Soundeffekten zu versehen und schließlich den erstellten Podcast auf einer Website zu veröffentlichen. Was unter Mac OS X Garageband seit der aktuellsten Version 3 kann und den Podcast-Boom zum großen Teil mit ausgelöst hat, soll nun unter Windows also der Podcast Maker leisten – und das alles zum Preis von knapp 30,- Euro. Eine kostenlose, voll funktionsfähige 30-Tage-Testversion ist auf der Heft-CD zu finden.

Audioaufnahme
Beim Programmstart befindet sich der Podcast Maker im Aufnahmemodus. Ein Klick auf den großen roten Aufnahmeknopf „Record“ genügt, und eine Pegelanzeige wird eingeblendet. Hier können einige Einstellungen bezüglich des Aufnahmeformats getroffen und der Aufnahmepegel beobachtet werden. Sehr praktisch ist, dass die Pegelanzeige durch die drei Hinweise „Pegel zu niedrig“, „Pegel optimal“, „Pegel zu hoch“ auch Laien ohne Tonstudioerfahrungen ermöglicht, optimal ausgesteuerte, verzerrungsfreie Aufnahmen zu erstellen. So können eventuelle Übersteuerungen schon vor der Aufnahme erkannt und vermieden werden.

Werkzeuge
Um flexibler arbeiten zu können, bietet es sich an, Podcast Maker in den 2-Spur-Modus zu schalten. So können Audio-Elemente auf zwei Spuren verteilt werden, was es z.B. ermöglicht, Jingles oder Soundeffekte auf der zweiten Spur zu arrangieren, ohne mit den Sprachaufnahmen auf der ersten Spur zu kollidieren. Am linken Rand neben der Spuransicht befindet sich der Knopf, der die Zwei-Spur-Ansicht aktiviert. Über den Button „Import Audio“ können so vorhandene Soundeffekte auf der zweiten Spur abgelegt werden, wohingegen ein Klick auf „Import CD“ es ermöglicht, Musik von einer normalen Audio-CD in das Programm zu importieren. Im Falle GEMA-geschützten Materials sind hier natürlich die entsprechenden Vorgaben zu beachten.

Integrierte Effekte
Ist das Roharrangement fertig, bietet das Programm einige Möglichkeiten der Nachbearbeitung – direkt unter der Spuransicht ist die Effektsektion mit vier Standardeffekten sowie der Möglichkeit, eigene, VST-kompatible Plugins einzubinden.

Sind alle Effekte eingebracht und der Klang zufrieden stellend, kann mit dem Master-Volume Regler die Gesamtausgabelautstärke der produktion reguliert werden. Auch hier gibt es eine „Auto“-Funktion, die den Podcast hinsichtlich der lautesten Stelle analysiert und die Gesamtlautstärke so auspegelt, dass es nicht zu Verzerrungen kommt.

Podcast veröffentlichen
Ist auf diesem Wege eine den persönlichen Anforderungen genügende Audio-Datei entstanden, wird es Zeit, das Projekt zu veröffentlichen. Drei Wege bietet das Programm:

Burn CD
brennt die Audio Datei auf eine CD

Export Audio
speichert die Datei lokal auf dem eigenen Computer

Make Podcast
Die spannendste Ausgabemöglichkeit ist natürlich der Podcast-Export. Ein Podcast besteht, technisch gesehen, aus der Mediendatei sowie einer zugehörigen XML-Datei, in der die Informationen abgelegt werden, die für die Abonnement-Funktion des Podcasts benötigt werden. Beide Dateien zusammen müssen auf einem Webserver abgelegt und, so eine öffentliche Erreichbarkeit erwünscht, bei einem der große Podcast-Vezeichnisse (iTunes, podcast.de, etc.) angemeldet werden.

Lautstärke
Podcast Maker geht hier einen eigenen Weg, der einige Vor- aber auch Nachteile bietet: Die Veröffentlichung des Podcasts kann nicht auf einem beliebigen Webserver (Schulhomepage / Eigene Website / Intranet), sondern nur auf dem von MAGIX in der Basisvariante kostenlos zur Verfügung gestellten „MAGIX Online Album“ erfolgen. Nach dem Klick auf den Button „Make Podcast“ erscheint zunächst ein Fenster, in dem Angaben zum Podcast (Titel, Inhalt, Sprache, Autor) zu machen sind. Detailliertere Angaben, wie z.B. die Einordnung in die standardisierten Podcast-Kategorien von iTunes und podcast.de sind hier nicht möglich. Nach Eingabe der Details fragt Podcast Maker nach Zugangsdaten zum Online Album. Falls noch kein Account vorhanden ist, kann er kostenlos eingerichtet werden – das Basispaket „Free Album“ bietet dabei 128MB Webspace sowie 10 fertige Designvorlagen – kostenpflichtige Pakete mit mehr Platz und weiteren Features sind auch buchbar.

Den kompletten Artikel inklusive Anleitung zum MAGIX Podcast Maker können Sie in Heft 86 der Zeitschrift Praxis des Musikunterrichts nachlesen.